Wenn im Namen der Gesundheit friedfertige Menschen kriminalisiert werden – ein Betroffenenbericht

Am Montag, den 6.12. wurden sachsenweit friedliche Spaziergänge von Polizeieinheiten unterbunden, z.T. durch Einkesselung. Betroffen davon war auch eine Gruppe von Menschen in Mittweide. Ganz gleich wie die Verordnungen lauten oder ob eine gefährliche Krankheit umgeht oder nicht: es kann nicht sein, dass im Namen der „Gesundheit“ friedfertige Menschen wie Verbrecher behandelt werden. Gesundheit mag wichtig sein, aber sie ist definitiv nicht das höchste Gut des Menschen. Freiheit ist bei weitem wertvoller!

Nachfolgend ein anonymisierter Betroffenenbericht (die Person ist der Redaktion bekannt):

„Hier berichte  ich kurz, das Wichtigste, was uns am 6.12.’21 widerfahren ist. Wir waren einige Leute, die auf dem Markt in Mittweida mit Kerzen spazieren waren. Als mehr Leute dazu kamen, bewegten sich die Menschen in losen Abständen den Fußweg der Rochlitzer Straße  entlang. und später wieder zurück. Man unterhielt sich zu zweit, oder zu dritt, viele hatten Kerzen in der Hand. Kurz vor 19:45Uhr war ich am Schuhladen und konnte nicht weiterlaufen. Als ich mich umsah, war alles mit jungen Polizisten umstellt. Ich fragte, weshalb ich nicht weiterlaufen darf, da ich 20 Uhr zu Hause sein möchte. Man sagte mir, dass meine Personalien aufgenommen werden müssen, und ich dann heim darf. Leider mussten die jungen Polizisten dazu erst auf einen Einsatzbefehl warten. Wir warteten auch und froren. 
20:45Uhr kamen plötzlich viele Polizisten mit Schlagstöcken und Helmen, teilweise ohne ID Nummer und stellten sich vor uns kerzenhaltende Leute. Man hatte den Eindruck, insgesamt 2 Polizisten auf einen Spaziergäger. Wir froren weiter, ca. 21 Uhr begann die Identifikation. Ich zeigte meinen Perso, wurde gefragt, ob ich 2G bin, und sagte , dass ich vor einem Jahr genesen bin und keinen Nachweis habe. Ich musste mich an die Wand stellen, bekam eine Nummer neben das Gesicht gehalten und wurde fotografiert. Das diente der Beweisaufnahme. 
Ein junger Polizist fragte mich wirklich interessiert, weshalb ich trotz einer durchgemachten Infektion hier mitlaufe. Ich sagte ihm, dass ich nicht geimpft werden möchte, weil ich auf  ITS arbeite . „Sie arbeiten auf Intensivstation und lassen sich nicht impfen? Wieso das?“  fragte  er. Ich erklärte ihm, dass ich im Sommer genügend Erkrankungen bei geimpften Patienten auf  ITS  gesehen  hatte, die vorher nicht so eine Häufigkeit hatten. Jetzt sehe ich die ungeimpften Patienten, die die Infektion teilweise überleben, teilweise auch nicht und daneben die geimpften Patienten mit  Corona , die, wenn sie bei uns beatmet wurden, die Klinik  nur mit dem schwarzen Auto verlassen haben.

Ich habe Mitverantwortung für meine Familie und wenn die Impfpflicht in der Pflege kommt, wird die Pflege ohne mich stattfinden. Gott wird die Argumente in den Polizisten wirken lassen. Als ich meinen Platzverweis (den hätte ich mir schon 1 1/2h früher gewünscht) erhalten hatte, wünschte ich den Beamten noch einen frohen Abend und ein gute Heimreise und war halb zehn endlich zu Hause bei meinem lieben Mann.
R.& J., die mit mir eingekesselt waren, trafen dann kurz vor halb elf bei uns ein, und wir wärmten uns mit Tee & Glühwein, klagten unser Unverständnis und dankten für die  Bewahrung. Ich bin echt so dankbar!
Im übrigen hatte R. beobachtet, dass nur Leute, die keinen 2G  Nachweis hatten, an die Wand gestellt wurden. Das war schon demütigend.  Aber wenn wir dem Polizisten ins Gewissen reden konnten, hat es sich gelohnt.

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