Vom freiwilligen Impfzwang

Im Netz sind bereits zahlreiche Schreiben verschiedener Arbeitgeber unterwegs, v.a. allem aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich, in denen diese freundlich verstimmt bis selbstgerecht drohend und immer manipulierend ihre Angestellten zum Impfen auffordern, welches selbstverständlich freiwillig ist.

Nachfolgend ein Ausschnitt einer Email des Geschäftsleiters eines Thüringer Klinikums (mit angeschlossenen MVZ):

Ich lege es Ihnen allen nochmals sehr ans Herz, sich impfen zu lassen. Sie schützen sich damit vor einer unter Umständen schweren und lebensbedrohlichen Erkrankung. Sie verhalten sich damit kollegial und solidarisch und leisten Ihren Beitrag, daß diese Pandemie eines Tages endet und wir alle unser schönes normales Leben wieder aufnehmen können. Und nicht zuletzt zeigen Sie, daß Sie intellektuell auf der Höhe der medizinischen Forschung und Wissenschaft sind. Wer die Originalpaper der Biontech- (Fernando P. Polack et al.) und der Moderna- (LR. Baden et al.) Studie lesen möchte, sie sind im New England Journal of Medicine publiziert, die eine am 10.12.20 und die andere am 30.12.20, also wirklich brandneu, man kann sie sich dort frei herunterladen.

Bedarf es da zusätzlicher Worte? Auf jeden Fall hat es der Verfasser, ein Herr Professor, wohl verpasst sich mit der wirtschaftlichen Lage des Landes auseinander zu setzen:  „… und wir alle unser schönes normales Leben wieder aufnehmen können.“ Das kommt mit oder ohne Impfung nicht wieder. Ja, selbst – oder gerade – mit Impfzwang wird es sich nicht wieder einstellen. Denn für viele Menschen war die Grundlage des alten „schönen normalen Lebens“ ihre Freiheit, auch in Sachen Gesundheit.  

Besonders beispielhaft und bezeichnend für den Umgang mit „Andersdenkenden“ ist der hervorgehobene Satz. Wer nicht tickt wie die Regierung und ihre Getreuen ist „dumm“. Oder toleranter formuliert: intellektuell nicht auf der Höhe. (Dass man dass nicht mehr mit ß schreibt, lässt vermuten, dass der Verfasser zumindest in Sachen neue Rechtschreibung nicht auf der Höhe ist, was man aber niemanden verübeln sollte). Wobei es durchaus klug anmutet, wenn man die von den Impfstoffproduzenten (Biontech und Moderna) selbst angefertigten Studien hinterfragt, ganz egal wer sie veröffentlicht hat. Unabhängige, langjährige Untersuchungen wären da durchaus vertrauenserweckender. Aber Intellekt wird in diesen Tagen wahrscheinlich wie so viele andere Wörter – Pandemie, Quarantäne, Impfplicht – auch ganz neu definiert.

Von einem Zahnarzt in Bayern wurde bekannt, dass er seine Angestellten unbezahlt beurlaubt, sollten sie sich nicht impfen lassen. Und auch nachfolgender Auszug eines Schreibens einer Schönbecker Pflegedienstleitung an die Mitarbeiter wurde schon vielerorts verbreitet. Er verdeutlicht so wunderbar wie es um die Freiwilligkeit in Sachen Impfung steht:

Die Rückmeldungen (zur freiwilligen Impfung – d.Red.) von euch sind zum Teil sehr enttäuschend. Natürlich besteht keine Pflicht zur Impfung, da diese freiwillig ist. Jedoch haben wir als Pflegedienst eine besondere Sorgfaltspflicht gegenüber unseren Pflegekunden zu erfüllen, die es verhindert, Personal, welches nicht die Möglichkeit einer Schutzimpfung nutzt, einzusetzen. Das Arbeitsrecht sieht hier vor, dass der Arbeitgeber in solchen Fällen zu prüfen hat, ob die betreffenden Mitarbeiter an anderer Stelle im Unternehmen ohne Kundenkontakt weiterbeschäftigt werden können. Dies muss ich mit einem eindeutigen NEIN beantworten Diese Möglichkeit besteht nicht. Und da ungeimpfte Beschäftigte eine Gesundheitsgefahr für die Kunden bedeutet, sind arbeitsrechtliche Konsequenzen möglich. Wir wollen unter allen Umständen personenbedingte Kündigungen vermeiden und appellieren an eure Vernunft.

Wer kann diesem Druck wie lang standhalten? Vor allem im Pflege- und Gesundheitssektor, wo die Angestellten schon seit Jahren auf Grund Personalmangels Stress ausgesetzt sind?

Werden jetzt tatsächlich – trotz Fachkräftedefizit – massenweise Kündigungen folgen, weil die freiwillige Impfung von den Betroffenen als solche verstanden wurde? Das ist nur sehr schwer vorstellbar. Aber sollte es tatsächlich so kommen, dann wünsche ich wirklich das erste Mal seit Beginn der “Coronakrise” allen von ganzem Herzen „Bleiben sie gesund.“

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