Sinnlos-Schnelltest?

Eine Angestellte einer städtischen Betreuungseinrichtung in Döbeln berichtete gestern folgendes: Die Erzieher und Lehrer wurden von der Leitung angesprochen und ein Formular ausgehändigt, auf dem von ihnen Ja oder Nein angekreuzt und dann unterschrieben werden sollte. Es ging um das Einverständnis einmal wöchentlich einen Schnelltest in der Apotheke an der Oberbrücke machen zu lassen. Noch sei nichts verpflichtend, daher auch die Nein-Option. Ja-Sager erhalten wie in schlechten alten Zeiten einen Berechtigungsschein zur Vorlage im Pharmaziegeschäft. Kurioser Weise gab es folgenden Zusatz: Würde der Schnelltest positiv ausfallen, dann verpflichtet sich die betroffene Person sich am Klinikum Döbeln einem weiteren, dieses Mal PCR-, Test zu unterziehen. Sollte dieser ebenfalls positiv ausfallen, hat sich der bzw. die Angestellte in Quarantäne zu begeben. Selbstverständlich ist alle Testerei „kostenlos“ – der Steuerzahler freut sich.

Man kann aus solchen „Angeboten“ verschiedene Schlüsse ziehen, vorausgesetzt man ist willens selbst zu denken. So werden zum Beispiel indirekt die Mitarbeiter unter Druck gesetzt, die sich nicht testen lassen möchten. Denn sie sind dann auch diejenigen, die immer Gewehr bei Fuss stehen müssen, wenn sich die lininetreuen Mitarbeiter regelmäßig in Quarantäne befinden. Sicherlich kommen dem ein oder anderen noch weitere Gedanken wie das krampfhafte Hochtreiben von Testzahlen, die fehlende Aussagekraft der Schnelltests, die Rechtmäßigkeit solcher „Ja/Nein-Listen bezüglich Datschutz und und und. Ach, und warum muss es die Apotheke am Obermarkt sein und das Klinikum Döbeln? Gibt es da gewisse Beziehungen mit wirtschaftlichen Vorteilen beiderseits? Eine Menge Antworten, die es da zu suchen und finden gilt – denn auf dem Silbertablett serviert werden sie sicherlich nicht.

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