Musik …

… steht laut Etymologisches Wörterbuch des Deutschen für Tonkunst, Gesamtheit der Tondichtungen (eines Volkes, einer Zeit), Wiedergabe, Darbietung einer Tondichtung. Also eine Ausdrucksform für ein Volk zu einer bestimmten Zeit. Musik verbindet, heilt und klärt auf. Die Brandbreite der Art der Musik ist groß, so daß jeder Mensch entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten sich mit einer Form der Musik ausdrücken kann, ob allein für sich oder mit oder für andere. Wer in einer musikalischen Familie aufgewachsen ist, hat einen leichten Zugang. Wer nicht und trotzdem einen starken Drang zur Musik verspürt, sollte es einfach in irgendeiner Form leben. In den tiefsten menschlichen Krisen entstehen große Kunstwerke. Nun sind wir in einer solcher Krisen, die uns alle betrifft. Angst, Spaltung, Krankheit und Sinnlosigkeit begleiten viele Menschen. Wie eingangs benannt, verbindet und heilt Musik. Also warum setzen wir dieses Mittel nicht ein? Wo sind all unsere Musiker? Es gibt Regionen in unserem Land, wo bestimmte Traditionen gepflegt werden. Auch wir haben Vereine und Hobbymusiker. Jetzt ist die Zeit, wo sich jeder zum Wohle aller einbringen kann. So erleben wir derzeit bei unseren Mut-Mach-Kundgebungen Einzelkämpfer, die ihre Liebe zur Musik mit uns teilen. Schon einer allein mit seiner Stimme und seinem Instrument kann viele Menschen berühren und animieren. Wie ist es da erst, wenn viele gemeinsam mit ihrem Instrument Menschen begeistern. Ob mit Text oder ohne, die Schwingung erreicht unsere Herzen. Im aktuellen Geschehen bringen vertonte Texte noch viel mehr. Jeder kennt so genannte Ohrwürmer. Egal, ob ich die Bedeutung oder die Sprache kenne, das Mitsingen von Texten berührt unsere Seele.
Am Pfingstmontag durften wir im Rahmen unsere Montagsdemo in Döbeln drei Musiker mit ihren Gitarren erleben und schon war die Atmosphäre entspannter und die Gemeinschaft enger zusammen – trotz Abstand.
Vielleicht zieht diese Atmosphäre neue Teilnehmer an, um einfach zu zuhören oder einen musikalischen Beitrag oder einfach persönliche Worte vorzutragen. Aufgeregt sind wir alle, das bringt doch schon das wechselhafte Geschehen hervor. Doch in einer größer werdenden Gemeinschaft können wir nicht nur ein Zeichen setzen, sondern auch was verändern. Die verschiedenen Sichtweisen auf die Dinge, die uns gezeigt werden, die Selbstverantwortung für das eigene Leben übernehmen, was will ich und wo sage ich nein – sind Bausteine für Neues. Und je mehr Baumeister sich zusammenfinden, desto größer und stabiler werden neue Projekte. So wäre zum Beispiel ein Thema die Form der Schulbildung unserer Kinder. Aus meiner Sicht eines der wichtigsten Themen, denn Kinder und Enkel sind unsere Zukunft und das betrifft jede Familie. Auf unsere Stadtoberhäupter können wir uns da nicht stützen, das haben wir nun in den vergangenen Monaten erkannt und Mütter als Einzelkämpfer haben keine Chance. Ich kenne kein Kind, was nicht gern irgendeine Form der Musik hört und sich dazu bewegt. Was können wir tun?

G. Schlimper

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