Eine Döbelner Mutter und Angestellte der Stadt schreibt …

… an den Bürgermeister:

Abends um 10 Uhr in Döbeln:

Sorge- Level: 1.000; stetig steigend

Frustrationslevel: 1.000; stetig steigend

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Liebhauser,

heute wende ich mich, als betroffene, besorgte und sehr frustrierte Mutter und Angestellte der Stadt Döbeln an Sie.

Wieder ein Abend an dem ich schwer zur Ruhe finde. Warum?

Der Tag wühlt mich wieder sehr auf.

Morgens zusehen, dass Frau pünktlich auf Arbeit kommt und für die KITA nichts vergessen hat. Vor allem die Negativtestbescheinigung nicht. Sonst gibt es an der KITA ein riesiges Theater.

Und nachmittags Stress, damit die Kinder in der angegebenen Zeit abgeholt werden und es auch ja gleich nach der Arbeit ist. (Es könnte ja stadtintern angerufen und erfragt werden?!)

Auf Arbeit sieht/ hört man die unterschiedliche Verteilung der Kinderzahl in den Gruppen.

Jeden Tag auf’s neue gespannt wie viele Kinder heute da sein werden.

Und darauf hoffen, dass die Kinder gut drauf sind und nicht so sehr unter der aktuellen Situation leiden … Nicht so viel mitbekommen …

KIND SEIN KÖNNEN UND DÜRFEN. NORMALITÄT ERFAHREN.

Nachmittags dasselbe für die eigenen Kinder hoffen. Und eigentlich schon den ganzen Tag.

Zwischendurch, abends und immer wieder Gespräche mit Eltern, der Austausch mit Eltern/ Arbeitnehmern/ Menschen.  Worüber?

Über alles und vieles. Am meisten aber über Corona, die Umstände die daraus resultieren und ihre Folgen.

Folgen, die unabsehbar, unabschätzbar für die Kinder sind.

Folgen für Eltern/ Arbeitnehmer, die arbeiten gehen müssten/sollen, aber auch die Betreuung des eigenen Kindes abdecken müssen, weil es Politiker gibt, die sich die Freiheit der Klassifizierung und Wertzurechnung herausnehmen.

Folgen, die insgesamt keiner berechnen und erahnen kann, weil es noch nicht einmal einen konkreten Zeitraum für die willkürlich angesetzten Maßnahmen gibt.

Es zieht einen einfach nur runter. Und bereitet schlaflose Nächte, sehr viele schlaflose Nächte …

Und dann hört (und sieht man), dass es Kinder in der Notbetreuung gibt, die zuhause von ihren Eltern betreut werden könnten.  Warum sie daheim bereut werden könnten?

Weil die Mütter in Abteilungen der Stadt Döbeln arbeiten, für die Homeoffice einzurichten geht/ ist. Weil es Mütter gibt, die schwanger sind und damit meist zuhause.

Und dann gibt es noch Einzelfälle, in denen man von einer privaten Vorteilsnahme ausgehen könnte, weil engere private Verbindungen bestehen …

Und dann stellt sich mir mit einmal die Frage, wie Sie die aktuelle Situation mit ihren Kinder meistern? Als Vater, als Verantwortungsträger und als Repräsentant der Stadt Döbeln.  

Für die einzelnen Einrichtungen, die in Ihre Zuständigkeit fallen, gibt es nach all der Zeit keine konkrete, generelle Handlungsanleitung für den Fall eines positiven Coronaschnelltestes.

Alle Erzieher/innen werden genötigt sich testen zu lassen. Dafür besteht aber keine Pflicht!!

Wer sich nicht testen lassen möchte, dem wird mit unbezahlter Freistellung gedroht. Und wer bezüglich einer bestehenden, niedergeschrieben Pflicht nachfragt, bekommt zur Antwort: „Wir machen es einfach und gut. Außerdem ist es Pflicht für Erzieher.“  Diese Aussage ist nachweislich laut § 9 Absatz 3 Corona-Schutz-Verordnung vom 04.05.2021, in Verbindung mit dem Tagesbrief 124/21 vom 12.03.2021 vom SSG, FALSCH!!

Was aber passiert, wenn man sich darauf beruft? Muss Mann/ Frau dann um ihren Job fürchten?

Wie empfinden Sie alles für sich persönlich?

Sind Sie mit allem, was ihre Partei beschließt einverstanden? Haben Sie Einfluss auf Entscheidungen oder werden Sie gar mal nach der Umsetzbarkeit gefragt? Oder nach Auswirkungen (positiv oder/ und negativ) auf Inzidenzwerte und Fallzahlen?

Befassen Sie sich bitte nochmals eingehend mit ihren Aufgaben als Oberbürgermeister der Stadt Döbeln.

Stellen Sie sich die Frage, ob Sie all Ihre Ressourcen für und von diesem Posten ausnutzen?

Fragen Sie sich, ob Sie „Ihre“ Stadt bestmöglich durch diese „Krise“ führen? Oder würde es noch andere Wege und Mittel geben?

Vielen Dank, dass Sie sich so sehr für unsere Zukunft (unsere Kinder) einsetzen und Spielplätze schnellstmöglich reparieren und restaurieren lassen …

Viele Grüße ins Rathaus

Sendet eine besorgte Mutter und Angestellte

P.S.: Natürlich bin ich sehr gespannt auf Ihre Antwort. Diese senden Sie bitte an die E-Mail-Adresse Buergermeister.Antwort@gmx.de.

Vielen Dank.

Dieses Schreiben wurde am 19.5.2021 von der Verfasserin persönlich am Rathaus eingeworfen.

share post to: