Die befremdende Art eines DAZ-Redakteurs Fragen zu stellen

Es dürfte nicht ganz unbemerkt an den meisten vorbeigegangen sein, dass die Döbelner Allgemeine Zeitung am 23.04.einen großen – sehr großen Artikel – über die Rede eines kleinen Mädchens auf einer der Montagsdemos in Döbeln brachte. Auch der Inhalt hat sich sicherlich herumgesprochen, aber um den soll es hier weniger gehen. Viel mehr soll die Art und Weise wie die Redaktion an derartige Berichte herangeht aufgezeigt werden. Abgesehen von dem extrem kurzen Zeitfenster für den Vater Stellung nehmen zu dürfen, ist die Art so befremdend und bevormundend, dass das Ganze eher an ein Poilzeiverhör erinnert, als an die Bitte eines Vertreters eines angeblich unabhängigen Mediums um Inofrmationen. Aber jeder darf sich wie immer gern selbst ein Urteil bilden.

Email von der DAZ-Redaktion an den Vater des Mädchens vom 22.04., 12:32Uhr. Sie wurde uns vom Empfänger zur Veröffentlichung freigegeben und liegt im Original vor.

Sehr geehrter Herr xxx,
Im Internet verbreitet sich gerade ein Video rasant. Auf diesem ist ein Mädchen im Grundschulalter vor dem Schlegelbrunnen am Döbelner Rathaus zu sehen, das unglaubliches über das Vorgehen an ihrer Schule mit Kindern berichtet, deren Eltern nach den Osterferien keine schriftliche Genehmigung zum Testen der Kinder mitgegeben haben.
Die Urheber des Videos erfahren dabei viel Zustimmung über die unglaubliche Enthüllung. Aber auch Gegenwind, weil das Kind für politische Zwecke instrumentalisiert wurde. Nach meinen Innformationen handelt es sich bei dem Kind um ihre und die Tochter von Frau yyy.
Was sagen sie zu dem Video und seiner Entstehung?
Wie steht es um den Wahrheitsgehalt der Aussagen?
Ich nehme an, dass sie Gegner der Tests an Kindern sind. Warum haben Sie in dem Fall ihr Kind am Montag dennoch in die Schule geschickt? Da es ja wahrscheinlich abzusehen war, dass es ungetestet nicht am Unterricht teilnehmen darf.
Die Schule sieht sich jetzt mit Besorgnis einer Menge Hasskommentare im Netz ausgesetzt und fühlt sich zu unrecht an den Pranger gestellt.
Stehen sie zu den gemachten Aussagen?
Würden sie ein solches Video ihres Kindes mit dem jetzigen Abstand und Wissen erneut veröffentlichen bzw. ihr Kind erneut auf einer Demonstration öffentlich mit solchen Aussagen auftreten lassen?
Um Missverständnissen vorzubeugen, bitte ich um schriftliche Antwort im Verlauf des Nachmittags. Mit Blick auf die Ratssitzung heute, wäre eine schriftliche Reaktion bis 16 Uhr an mich oder meinen Kollegen Herrn Büchel sehr wichtig.
Mit freundlichen Grüßen,

xxx Redakteur

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