Als Arzt der Menschenwürde verschrieben

Es gibt sie noch, die Ärzte, die getreu dem Hippokratischen Eid
praktizieren und somit ihr Handeln dem ersten ethischen Grundsatz
folgen, welcher auf unserem Kontinent seit fast 2500 Jahren existiert.
Genau dies durfte ich heute bei einem mutigen
verantwortungsbewussten Arzt in Großbardau bei Grimma erleben.


Wie er mir schilderte, hat er innerhalb der verordneten „Coronazeit“
unzählige Befragungen und auch Kontrollen seitens des
Gesundheitsamtes erleben müssen. Dabei ging es auch darum, ob und
wieso er Atteste ausschreibt, mit denen er Patienten vor dem Tragen eines
Mund-Nasenschutzes schützt. Dabei seien die Anordnungen der
Regierenden zu jeder Zeit nicht mit dem ärztlichen Eid zu verantworten.
Nachdem mein Attest, welches von einer Heilpraktikern ausgestellt
wurde mehrfach nicht akzeptiert wurde, fuhr ich mit meiner
Mutter in die Praxis von Matthias Widera nach Großbardau.
Dort schilderte meine Mutter, geboren 1933, welchen Repressalien sie
selbst als Mensch im reifen Alter durch den Heimleiter der
Pflegeeinrichtung der AWO, in welchem ihr Ehemann und mein Vater untergebracht ist, erleben musste. Auch ich wurde vor wenigen Tagen des Hauses verwiesen, da jener Einrichtungschef mein Attest nicht akzeptierte. (Ich berichtete davon.) Die Geschäftsführung der AWO in Markranstädt
hat sich bis heute nicht zu meinem Schreiben geäußert, was wohl alles
sagt.
Als Freiheitsboten, wie wir alle Drei in seinem Praxisraum saßen, fanden
wir sehr schnell eine menschenwürdige Verbindung, für die wir uns alle
miteinander bedankten.
Um es in Kürze klar darzustellen. Einen Freibrief für das Ausstellen von
Attesten bedient dieser Arzt wahrlich nicht. Geduldig hörte er sich die
Aspekte der Gesundheitsstörungen bei meiner Mutter und mir selbst an.
Natürlich legte er dies alles in einer Akte fest, auf der Basis einer
praktizierenden Arztpraxis in Deutschland.
Stundenlanges Austauschen schien mit ihm möglich zu sein, doch das
Wartezimmer war noch voll, so dass wir uns nach einer knappen halben
Stunde wieder verabschiedeten.
Auf meine Frage hin, ob ich seinen Namen verwenden darf, wenn ich
darüber berichte, begrüßte er dies mit einem herzlichen Lächeln.
Übrigens, im Warteraum lag auf dem Lesetisch ganz oben das Deutsche
Grundgesetz. An der Wand hing ein Auszug einer Frage zum Thema
Attest und deren Umgang seitens des Sächsischen
Gesundheitsministeriums mit der namentlichen Angabe von Frau
Köpping, Ministerin für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt .
Diesen Ausdruck hänge ich hier mit an.
Herr Matthias Widera beendet nächste Woche sein Berufsleben als
Facharzt für Allgemeinmedizin und übergibt seine Patienten an seinem
Nachfolger.
Nach der Abwicklung und Auflösung seiner Praxis, werde er sich wieder
verstärkt dem Freiheitskampf widmen, bei dem ihm seine ganze Familie
unterstützt, so lautete seine abschließende Aussage.
Es gibt sie also noch, die Mediziner, welche getreu dem Hippokratischen
Eid für das Wohl der Menschen hier unter uns sind.
Dafür sende ich hier nochmals meinen Dank und den Dank meiner
Mutter Ilse Wenisch aus Döbeln nach Großbardau.
© Frank Wenisch

  1. Juni 2021
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